Wenn Mann zu früh kommt

vorzeitiger Samenerguss und Sex

Meistens wird es unter dem Deckmäntelchen der Verschwiegenheit gehalten. Wenn Männer unter einem vorzeitigen Samenerguss (Ejaculatio praecox) leiden, sprechen sie in der Regel nicht gern drüber, obwohl sehr viele Menschen davon betroffen sind. Die Ursachen für diese Störung können ganz unterschiedlich sein. Das schlimmste an dieser Sache ist die psychische Belastung und der Druck, dem sich der betroffene Mann ausgesetzt fühlt. In vielen Fällen fühlt sich allerdings auch die Frau durch die Störung mit belastet. Der vorzeitige Samenerguss kann so große Probleme hervorrufen, dass die Partnerschaft ernsthaft gefährdet wird. Medizinische Schätzungen gehen davon aus, dass ein Viertel der Männer vom Ejaculatio praecox betroffen sind. Nur wenige Männer wagen den Schritt zum Arzt, um das Problem zu erläutern bzw. die Ursachen aufklären zu lassen. Die Männer schämen sich, einem Arzt von dieser Schmach zu erzählen und leiden lieber weiter. Diese Angst ist sehr schade, denn es gibt in der heutigen Zeit einige sehr gute Therapieansätze, die Männern in dieser Situation sehr gut helfen können.

Bis heute konnte nicht eindeutig geklärt werden, woher die Ejakulationsstörung rührt. In der Vergangenheit wurde eine psychische Ursache zu Grunde gelegt. Auch wurden Vermutungen geäußert, die von einer Störung ausgeht, die aus sexuellen Verhaltensweisen oder Erfahrungen resultiert. Inzwischen sind die Forschungen aber vorangeschritten und die Ursache eines vorzeitigen Samenergusses könnte auch in einem unharmonischen Zusammenspiel der Botenstoffe zusammenhängen, die vom Nervensystem ausgesandt werden und Einfluss auf den Zeitpunkt der Ejakulation haben. Körperlich ist der Ejaculatio praecox nicht schlimm, aber der psychische Leidensdruck betroffener Männer ist enorm.

Es kommen ganz unterschiedliche Therapien zum Einsatz. Ganz vorn steht sicherlich die Psychotherapie. Aber auch manuelle Therapien sollen für Besserung sorgen. Der Patient lernt hierbei, Erregung und Höhepunkt zu steuern. Auch die Behandlung durch Medikamente ist für dieses Krankheitsbild vorgesehen. Es gibt durchaus Patienten, die den Ejaculatio praecox durch eine dieser Therapien in den Griff bekommen haben. Es muss aber erwähnt werden, dass kein Behandlungsbedarf besteht, wenn man rein aus medizinischer Sicht an das Problem herangeht.

Was ist ein vorzeitiger Samenerguss?

vorzeitiger SamenergussGenau definiert ist der vorzeitige Samenerguss nicht. Es gibt aber Faktoren, die im Zusammenhang mit der Störung von Bedeutung sind. So spricht man vom vorzeitigen Kommen, wenn der Vaginal-Sex einfach zu kurz ist und durch die Ejakulation beendet wird. Ebenso ist ein Indiz, dass der Patient keine willentliche Ejakulationskontrolle mehr hat. Der hohe Leidensdruck ist ebenfalls ein Anzeichen für eine Erkrankung. Männer, die unter einem vorzeitigen Samenerguss leiden, kommen schon zum Orgasmus, bevor oder während sie ihren Penis in die Scheide einführen. Man spricht aber auch vom Krankheitsbild „vorzeitiger Samenerguss“, wenn der Sex deutlich kürzer ist, als es der Mann wünscht. Die Statistik sagt, dass Männer in durchschnittlich 5,4 Minuten zum Samenerguss kommen. Patienten mit Ejaculatio praecox liegen unter 2 Minuten. In besonders schwerwiegenden Fällen reicht es schon aus, an sexuelle Handlungen zu denken und der Mann ejakuliert. Der vorzeitige Samenerguss wird auch diagnostiziert, wenn der Mann seine Partnerin nicht sexuell befriedigen kann.

Therapieformen und Erfolg

Zur Therapie im Falle von vorzeitigem Samenerguss eignen sich verschiedene Therapien. Die Praxis hat gezeigt, dass häufige Selbstbefriedigung schon helfen kann, bessere Ergebnisse zu erzielen. Auch ist ratsam, vor dem gewünschten Geschlechtsverkehr  bereits ein Orgasmus herbeigeführt wird. Es gibt zwei Methoden, die dem Mann zu einer besseren Wahrnehmung des Zeitpunktes der Ejakulation verhelfen. Bei diesen Methoden handelt es sich um die Squeeze-Methode und die Stopp-Start-Methode. Als Psychotherapie bietet sich eine Verhaltens- oder Sexualtherapie an. Auch Familien- oder Paartherapien können helfen, besser mit der Problematik umzugehen bzw. Ursachen aufzudecken und zu bekämpfen. Eine Therapie kann zudem eingefahrene Verhaltens- und Denkmuster durchbrechen und verändern.

Stopp-Start-Methode

Stopp-Start-MethodeDiese Methode soll dabei helfen, die Erregung des betroffenen Mannes steuerbar zu machen und dadurch den Ejakulationszeitpunkt heraus zu zögern. Der Mann befriedigt sich selbst und kurz, bevor es zum Ende kommt, hält er inne. Es wartet, bis die Erregung ein wenig nachgelassen hat und wiederholt den Vorgang. So lernt er, seine Erregung zu kontrollieren.

Squeeze-Methode

Bei der Squeeze-Methode handelt es sich um eine anspruchsvollere Form der Stopp-Start-Methode. Es wird allerdings der Sex unterbrochen, bevor es zur Ejakulation kommt. Außerdem kann der Mann mit dem Daumen den Bereich der Eichel drücken, um die Menge des Blutes im Penis zu verringern. Der Reflex zu ejakulieren, wird durch diesen Druck unterbrochen. Es wird eine Verzögerung des Orgasmus erreicht.